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Feb 11

HTML 5 hat großes Potenzial

Die Risiken der neuen Branche müssen zurzeit vor allem von den Entwicklern getragen werden. Sie leiden darunter, dass ihnen in der Regel ebenso die direkte Kundenbeziehung fehlt wie eine Möglichkeit, ihre Produkte in den virtuellen Store-Schaufenstern aktiv zu bewerben. Weil die meisten Apps darüber hinaus nur eine geringe Halbwertzeit aufweisen und nur wenige Spielräume bei der Preisgestaltung erlauben, sind die Entwickler dazu gezwungen, ständig neue Produkte auf den Markt zu bringen. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Umsatz mit einer Apple-App bei weniger als 9.000 Dollar. Für die Hersteller bedeutet dies, dass die Entwicklungskosten profitabler Apps im Durchschnitt die 5.000-Dollar-Grenze nicht überschreiten dürfen. Umso wichtiger dürfte es in Zukunft werden, weniger kostenintensiv zu produzierende Updates oder Ergänzungen für bereits etablierte Apps anzubieten.

Eine Öffnung des Marktes, welche die starren Grenzen zwischen Anbietern, Plattformen und Nutzern von Apps aufhebt, versprechen sich Experten derzeit durch zwei Entwicklungen: Einerseits bleibt die Welt der Apps längst nicht mehr nur auf die Mobilfunkwelt beschränkt, sondern hat schon die Sphäre der stationären Endgeräte und Smart-TV-Monitore erreicht. Andererseits könnte die neue Auszeichnungssprache HTML5 künftig dafür sorgen, dass Internetbrowser auch solche Funktionen übernehmen können, die zurzeit vielfach noch speziellen App-Programmierungen vorbehalten sind (siehe Artikel „Neue Perspektiven fürs digitale Publishing“ im Medienforum.Magazin 1/2012). Zu solchen Features zählen etwa GPS-basierte Local-based Services und Multimedia-Optionen, die bei herkömmlichen Browsermodellen auf (Flash-)Plug-ins angewiesen sind.