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Dez 02

Netzbetreiber speichern Daten

Bei Apples iPhone gehört die Funktion, die per GPS-Chip die Position des jeweiligen Nutzers versendet, unvermeidlich dazu. Damit lässt sich zwar bei einem Verlust das eigene Smartphone schnell wieder aufspüren. Zugleich aber kennt Apple auch jederzeit die Standorte seiner Kunden, verwendet diese Daten jedoch, wie es heißt, nur „zur Verbesserung der eigenen Angebote“. Außer App-Anbietern und Smartphone-Herstellern haben schließlich die Mobilfunk-Netzbetreiber Zugriff auf die Geo- und Verbindungsdaten ihrer Kunden. Ihnen ist über die jeweils verwendete Funkzelle dank der Cell-ID (Zell-Ortung) stets bekannt, wo sich wer aufhält.

Weil moderne Handys kontinuierlich Datenverbindungen aufbauen, lassen sich leicht Bewegungsprofile erstellen, und die Mobilfunkanbieter wissen immer genau, wo sich die Handys und also ihre Kunden befinden. Diese Daten dürfen die vier großen Netzbetreiber in Deutschland gemäß Telekommunikationsgesetz und Datenschutzgesetz maximal ein halbes Jahr speichern. Während die Telekom nach eigenen Angaben seit 1. Juli entsprechende Datensätze bereits nach einer Woche wieder löscht, beträgt der Speicherzeitraum bei Vodafone – offiziell „zu Abrechnungszwecken“ – 210 Tage. Bei E-Plus liegt die entsprechende Frist bei 80 Tagen, und O2 nutzt die komplette erlaubte Zeitspanne von sechs Monaten. Datenschützer vertreten die Ansicht, dass zumindest Angaben über die Cell-ID sofort gelöscht werden müssten, weil sie für die Abrechnung irrelevant seien. Die Bundesnetzagentur hält diese Speicherung „nur bei standortabhängigen Diensten“ für zulässig.

Nutzer können Datenlöschung fordern

Verbraucherschützer raten dazu, dass Kunden bei ihren Mobilfunkanbietern Auskunft über alle gespeicherten persönlichen Daten verlangen. Ein Musterschreiben dafür hat der Bundesverband ins Internet gestellt (http://dpaq.de/gETrQ). Handynutzer, die ihre Daten schützen wollen, haben dafür durchaus Möglichkeiten: Wer in Deutschland verhindern will, dass seine Mobilfunkdaten länger als einen Monat gespeichert werden, der kann dies mit einem Schreiben an den jeweiligen Netzbetreiber geltend machen. In diesen Fällen müssen zumindest die Angaben über die Cell-ID jeweils direkt nach Rechnungserstellung gelöscht werden. Um den Missbrauch persönlicher Daten durch Apps zu verhindern, können Smartphone-Besitzer Ortungsfunktionen von Apps deaktivieren und nur dann zulassen, wenn sie in einer konkreten Situation zwingend erforderlich sind. In jedem Fall sollte regelmäßig mit einem Blick auf das Handy-Einstellungsmenü überprüft werden, welche Apps auf den GPS-Chip eines Smartphones zugreifen. Beim iPhone hilft dabei die Menüfunktion Ortungsdienste, bei Android-Handys lässt sich der Zugriff im Menübereich Standort und Sicherheit unterbinden. Die meisten Smartphone-Besitzer aber dürften diese Menübereiche wohl noch nie entdeckt haben…