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Apr 02

Steigender App-Appetit

Nur vier Jahre nach der Einführung seines App Store verzeichnet allein Marktführer Apple pro Monat mehr als eine Milliarde Downloads. Weltweit wurden im vergangenen Jahr etwa 18 Milliarden Mal Apps heruntergeladen. Trotz des kleinen Anteils kostenpflichtiger Apps: Allein die vier großen App-Anbieterplattformen von Apple (App Store), Google (Android Market/ Google Play Store), Nokia (Ovi Store) und Research in Motion (Blackberry App World) konnten so gemeinsam einen Umsatz von etwa 3,8 Milliarden Dollar erzielen. Mit der Zahl der Besitzer internetfähiger mobiler Endgeräte steigt auch die Summe der genutzten mobilen Anwendungen. Experten gehen deshalb davon aus, dass sich das Volumen der heruntergeladenen Apps binnen drei Jahren verzehnfachen und der Umsatz sich mindestens verdoppeln könnte. Wie aber ist der neue Markt eigentlich strukturiert? Welche Rolle spielen unterschiedliche Akteure und wie unterscheidet sich die noch junge Branche von anderen Medienmärkten?

Bei der App-Ökonomie treffen zwei unterschiedliche Märkte aufeinander, die noch vor etwa einem Jahrzehnt kaum etwas miteinander zu tun hatten. Einerseits werden Content-Plattformen benötigt, die stark an die Geschäftsmodelle klassischer Medien erinnern, weil sie Erlöse sowohl auf dem Werbemarkt als auch durch den Vertrieb von Inhalten erzielen. Andererseits aber stammen die Hersteller der Apps weniger aus dem Bereich der Verlagswelt oder dem Rundfunksektor, sondern sind in der Regel Software-Hersteller. Die meisten Apps bieten zwar Content, benötigen aber kaum publizistische Inhalte, die von professionellen journalistischen Instanzen stammen. Dafür, dass sich der Markt noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befindet, spricht die Tatsache, dass viele mobile Applikationen einfach kostenlos angeboten werden, was weltweit im vergangenen Jahr beispielsweise auf mehr als ein Drittel aller Apple-Apps und fast zwei Drittel aller Android-Apps zutraf.